Anatomie der Schulter

Das Schultergelenk besteht funktionell aus fünf Teilgelenken, die gemeinsam das große Bewegungsausmaß des Armes ermöglichen, zusammen bilden diese auch den Schultergürtel. Anatomisch wird das Schultergelenk aus dem Oberarmkopf und der Gelenkpfanne des Schulterblattes gebildet. Durch eine im Vergleich zum Kopf relativ kleine Gelenkfläche der Pfanne (Verhältnis 1:3) und eine schlaffe Kapsel entsteht eine geringe Stabilität im gesamten Gelenk. Eine zudem geringe Sicherung durch bandhafte Strukturen erfordert somit eine gute muskuläre Sicherung. Diese Aufgabe übernehmen im Schultergelenk hauptsächlich vier Muskeln:

Beschrieben als Gruppe der „Rotatorenmanschette“ übernehmen diese eine Zentrierung des Oberarmkopfes in der Pfanne und wirken ebenfalls bei arthrokinematischen Bewegungen mit. Selbstverständlich ist eine gutausgebildete globale Schultermuskulatur (Brustmuskulatur/breiter Rückenmuskel) ebenso essentiell und von Bedeutung. Neben der Muskulatur und somit als weiterer stabilisierender Faktor, ist eine die gelenkfläche-vergrößernde Knorpellippe, anat. Labrum Glenoidale, der Pfanne angehängt. Eine besondere Engstelle im Schultergelenk ist der subacromiale Raum. In diesem befinden sich mehrere Schleimbeutel, Sehnen von oben genannter Muskulatur, sowie Blutgefäße und Nerven. 

Was ist eine Kalkschulter?

Die Kalkschulter ist eine entzündliche, verschleißbedingte Schädigung im Bereich des Schultergelenkes und geht mit Kalkablagerungen einher. Meist sind Patienten mittleren Alters zwischen 40-50 Jahren betroffen. Auftretende Symptome sind häufig patientenindividuell, sodass auch schmerzfreie Befunde bei auffälligen Röntgenbildern auftreten können. Als Ursache wird meist eine Durchblutungsstörung gesehen, die zu Unterversorgung und somit zu einem gestörten Stoffwechsel in anfälligen Strukturen (Sehnen der Rotatorenmanschette, vermehrt Sehne des M. Supraspinatus) im subacromialen Raum führt. 

Wie entsteht eine Kalkschulter?

Die Ursache der Kalkschulter ist bis heute ungeklärt, jedoch weiß man, dass kein Zusammenhang zu bereits erlittenen Unfällen besteht. Eine Vermutung besteht darin, dass vor allem muskuläre Dysbalancen zu einer Veränderung der Biomechanik im Schultergelenk führen, wodurch wiederum der Druck auf das Sehnengewebe erhöht wird. Gesichert ist jedoch, dass es zu einer Minderdurchblutung und somit zu einem Umbau von Sehnengewebe zu Faserknorpel kommt. Dieser Vorgang wird auch als Kalzifizierung bezeichnet. Ebenso wie bei anderen Krankheitsbilder durchläuft auch die Kalkschulter mehrere Stadien, die mit einer Resorption des eingelagerten Gewebes enden können. Was bedeutet, dass vorher durch schädigende Prozesse gebildete Calciumhydroxypatit-Kristalle auch erneut abgebaut werden können. Problem: Erst die Abbauprozesse können durch Vergrößerung der Gewebestrukturen zu Schmerzen führen. Besonders ein Ausbruch des kalkhaltigen Gewebes in die darüberliegende Schleimbeutel verursacht bei Patienten größte Schmerzen. 

Wie sehen die Symptome aus?

Besonders charakteristisch für die Kalkschulter ist ein schubweiser Verlauf. Jedoch lässt sich prinzipiell erwähnen, dass die Symptome abhängig von Größe und Stadium der Erkrankung sind. Wie bereits in der Entstehung beschrieben, treten vor allem bei der Resorption des Kalkes und bei einem Durchdringen der Schulterdachschleimbeutel akute Schmerzen auf. Patienten beschreiben die Qualität des Schmerzes meist als entzündlich, weshalb auch Beschwerden in Ruhe bestehen. 

Weitere Symptome sind: 

  • Schmerzen bei Bewegung: vor allem beim Anheben des Armes (Enge unter dem Schulterdach wird größer)
  • Schmerzen nachts oder beim liegen auf der betroffenen Seite 
  • Belastungsschmerz v.a. bei Überkopf-Tätigkeiten/Überkopf-Sportarten 
  • In späteren Stadien auch Schmerzen ohne auslösende Komponente 

Welche Behandlungsmöglichkeiten bieten die Beweglichmacher Ihnen?

  • Krankengymnastik am Gerät
    • Vermeiden von Muskelatrophien (Muskelschwund)
    • ADL-Training (activity of daily living): biomechanisch günstiges Tragen, Greifen etc.
    • Erarbeitung eines persönlichen Bewegungsprogrammen für Zuhause 
    • Kräftigung der gelenkumgebenden Muskulatur, insbesondere der Rotatorenmanschette 
    • Sensomotorisches Training 
    • Ausgleich muskulärer Dysbalancen 
    • Dehntechniken für tonusgesteigerte Muskeln
  • Radiale Stoßwellentherapie:
    • Lösen von hartnäckigen Verklebungen im lokalen Gewebe (zwischen Sehne und Gleitgewebe) und den Faszien
    • Lockern von kleineren Kalkherden
    • Schmerzlinderung
  • Manuelle Therapie
    • Korrektur von Gelenkfehlstellungen
    • Harmonisierung von Bewegungsabläufen im gesamten Schultergürtel
    • Segmentale Therapien
    • Mobilisation unter geringer Gelenkbelastung
    • Weitung der Schultergelenkskapsel
  • Krankengymnastik
    • Verbesserung der Knorpelernährung 
    • Anleiten von Hilfsmitteln zur Entlastung im Alltag 
    • Verbesserung des Bewegungsausmaßes
    • Kontrakturprophylaxe 
    • Schmerzlinderung über neurorezeptive Techniken
  • Elektrotherapie
    • Durchblutungsverbesserung
    • Schmerzlinderung 
    • Stoffwechselaktivierung

Übungen/Selbsthilfe 

  • Entlastung der Schulter um akute Entzündung nicht fortschreiten zu lassen 
  • Nach Absprache mit dem Arzt: Analgetika/NSAR
  • Kühlen der Schulter: vor allem im entzündeten Zustand 
  • Schonhaltung vermeiden
  • Arnika-Salbe 

➡️ Habt ihr Schmerzen in der Schulter und die Symptome passen zur Kalkschulter ? Dann vereinbart einen Physio Check up Termin unter 0221/252723 oder unserem Kontaktformular.

Die Beweglichmacher