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Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata)

Inhaltsverzeichnis

Diagnose Multiple Sklerose

Multiple Sklerose ist eine chromische Entzündung des Nervensystems, die mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Symptomen einhergehen kann. Sie verläuft in Schüben und ist bislang nicht heilbar. Mithilfe von Medikamenten, Physiotherapie und anderen Maßnahmen ist es aber heutzutage in vielen Fällen möglich, einen Großteil der Eigenständigkeit und Lebensqualität des Patiten zu bewahren.

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft, insbesondere das Gehirn, das Rückenmark und die Sehnerven. Dies kann zu einem breiten Spektrum von Symptomen im gesamten Körper führen.

Es ist auch heutzutage noch nicht möglich vorherzusagen, wie die Multiple Sklerose (MS) bei einer Person verlaufen wird. Manche Menschen haben nur leichte Symptome, wie verschwommenes Sehen und Taubheit und Kribbeln in den Gliedmaßen. In schweren Fällen kann es zu Lähmungen, Sehstörungen und Mobilitätsproblemen kommen. Die Wissenschaftler wissen nicht genau, was MS verursacht, aber sie glauben, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, die das zentrale Nervensystem betrifft. Wenn eine Person eine Autoimmunerkrankung hat, greift das Immunsystem gesundes Gewebe an, so wie es auch ein Virus oder Bakterien angreifen könnte.

Wie entsteht Multiple Sklerose?

Im Fall von MS greift das Immunsystem die Myelinscheide an, die die Nervenfasern umgibt und schützt, und verursacht dadurch eine Entzündung. Myelin hilft den Nerven auch, elektrische Signale schnell und effizient zu leiten.

Wenn die Myelinscheide verschwindet oder an mehreren Stellen beschädigt wird, hinterlässt sie eine Narbe, die Sklerose. Mediziner nennen diese Bereiche auch Plaques oder Läsionen. Sie betreffen hauptsächlich:

  • den Hirnstamm
  • das Kleinhirn, das Bewegungen koordiniert und das Gleichgewicht kontrolliert
  • das Rückenmark
  • die Sehnerven
  • die weiße Substanz in einigen Regionen des Gehirns

Wenn sich weitere Läsionen entwickeln, können Nervenfasern brechen oder beschädigt werden. Infolgedessen fließen die elektrischen Impulse vom Gehirn nicht mehr reibungslos zum Zielnerv. Dies bedeutet, dass der Körper bestimmte Funktionen nicht ausführen kann.

Arten von Multipler Sklerose

Es gibt vier Arten von MS:

Klinisch isoliertes Syndrom (CIS)

Hierbei handelt es sich um einen einzelnen, ersten Schub, bei dem die Symptome mindestens 24 Stunden andauern. Tritt zu einem späteren Zeitpunkt ein weiterer Schub auf, diagnostiziert der Arzt eine schubförmig-remittierende MS.

Schubförmig-remittierende MS (RRMS)

Dies ist die häufigste Form, von der etwa 85 % der Menschen mit MS betroffen sind. Bei RRMS kommt es zu Episoden mit neuen oder zunehmenden Symptomen, gefolgt von Phasen der Remission, in denen die Symptome teilweise oder ganz verschwinden.

Primär progrediente MS (PPMS)

Die Symptome verschlechtern sich progressiv, ohne frühe Schübe oder Remissionen. Manche Menschen erleben Zeiten der Stabilität und Perioden, in denen sich die Symptome verschlimmern und dann wieder besser werden. Etwa 15 % der Menschen mit MS haben PPMS.

Sekundär progrediente MS (SPMS)

Zu Beginn erleben die Betroffenen Episoden von Schüben und Remissionen, aber dann beginnt die Krankheit stetig zu schreiten.

Was für Symptome gehen mit Multipler Sklerose einher?

Da MS das ZNS betrifft, das alle Aktionen im Körper steuert, können die Symptome jeden Teil des Körpers betreffen.

Die häufigsten Symptome von MS sind:

  • Muskelschwäche:
    Menschen können schwache Muskeln aufgrund von mangelndem Gebrauch oder Stimulation aufgrund von Nervenschäden entwickeln.
  • Taubheit und Kribbeln: Ein kribbelndes Gefühl ist eines der frühesten Symptome von MS, das das Gesicht, den Körper oder Arme und Beine betreffen kann.
  • Lhermitte-Zeichen: Eine Person kann ein Gefühl wie einen elektrischen Schlag verspüren, wenn sie ihren Hals bewegt, bekannt als Lhermitte-Zeichen.
  • Blasenprobleme: Eine Person hat möglicherweise Schwierigkeiten, ihre Blase zu entleeren oder muss häufig oder plötzlich urinieren (Dranginkontinenz). Der Verlust der Blasenkontrolle ist ein frühes Anzeichen für MS.
  • Darmprobleme: Verstopfung kann zu Stuhlverstopfung führen, was wiederum zu Darminkontinenz führen kann.
  • Müdigkeit: Dies kann die Fähigkeit einer Person untergraben, bei der Arbeit oder zu Hause zu funktionieren. Müdigkeit ist eines der häufigsten Symptome von MS.
  • Schwindel (Vertigo): Dies sind häufige Probleme, zusammen mit Gleichgewichts- und Koordinationsproblemen.
  • Sexuelle Dysfunktion: Sowohl Männer als auch Frauen können das Interesse am Sex verlieren.
  • Spastik und Muskelkrämpfe: Dies ist ein frühes Anzeichen für MS. Geschädigte Nervenfasern im Rückenmark und im Gehirn können schmerzhafte Muskelkrämpfe verursachen, besonders in den Beinen.
  • Zittern: Bei manchen Menschen mit MS können unwillkürliche, zitternde Bewegungen auftreten.
  • Sehprobleme: Bei manchen Menschen kann es zu Doppel- oder verschwommenem Sehen, einem teilweisen oder vollständigen Verlust der Sehkraft oder einer Rot-Grün-Farbverzerrung kommen. Dies betrifft in der Regel jeweils ein Auge. Eine Entzündung des Sehnervs kann zu Schmerzen führen, wenn sich das Auge bewegt. Sehprobleme sind ein frühes Anzeichen für MS.
  • Veränderungen des Gangs und der Mobilität: MS kann die Art und Weise, wie Menschen gehen, durch Muskelschwäche und Probleme mit dem Gleichgewicht, Schwindel und Müdigkeit verändern.
  • Emotionale Veränderungen und Depressionen: Demyelinisierung und Nervenfaserschäden im Gehirn können emotionale Veränderungen auslösen.
  • Lern- und Gedächtnisprobleme: Diese können es schwierig machen, sich zu konzentrieren, zu planen, zu lernen, Prioritäten zu setzen und Multitasking zu betreiben.
  • Schmerzen: Schmerzen sind ein häufiges Symptom bei MS. Neuropathische Schmerzen sind direkt auf die MS zurückzuführen. Andere Arten von Schmerzen treten aufgrund von Schwäche oder Steifheit der Muskeln auf.

Häufige Symptome von Multipler Sklerose:

  • Muskelschwäche
  • Taubheit und Kribbeln
  • Lhermitte-Zeichen
  • Blasenprobleme
  • Darmprobleme
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Sexuelle Dysfunktion
  • Spastiken
  • Muskelkrämpfe
  • Zittern
  • Sehprobleme
  • Veränderungen des Gangs und der Mobilität
  • Emotionale Veränderungen und Depressionen
  • Lern- und Gedächtnisprobleme
  • Schmerzen

Weniger häufige Symptome sind:

  • Kopfschmerzen
  • Hörverlust
  • Juckreiz
  • Atemwegs- oder Atemprobleme
  • Krampfanfälle
  • Sprachstörungen
  • Schluckbeschwerden

In den späteren Stadien kann es zu Veränderungen der Wahrnehmung und des Denkens sowie zu einer Empfindlichkeit gegenüber Hitze kommen.

MS wirkt sich individuell unterschiedlich aus. Bei einigen beginnt es mit einer subtilen Empfindung, und ihre Symptome schreiten über Monate oder Jahre nicht voran. Manchmal verschlimmern sich die Symptome schnell, innerhalb von Wochen oder Monaten.

Bei einigen Menschen treten nur leichte Symptome auf, bei anderen kommt es zu erheblichen Veränderungen, die zu einer Behinderung führen. Die meisten Menschen erleben jedoch Zeiten, in denen sich die Symptome verschlimmern und dann wieder besser werden.

Diagnosestellung

Multiple Sklerose wird häufig nicht direkt erkannt, da die Störungen vom Körper kompensiert werden können oder der Patient wegen schwacher und temporärer Symptome nicht zum Arzt geht. Durchschnittlich vergehen in Deutschland vom Auftreten der ersten MS-Symptome bis zur Diagnose 3 Jahre.

Wenn der Verdacht auf MS besteht, wird ein kompetenter Arzt sich über die Beschwerden des Patienten und deren Verlauf informieren. Anschließend wird in der Regel eine neurologische Untersuchung durchgeführt. Diese kann unter anderem eine Testung der Muskelfunktion, der Reflexe und des sensorischen Empfindens beinhalten. Des Weiteren kann eine Blut- und Nervenwasseruntersuchung oder ein MRT angeordnet werden. Letzteres kann die Zerstörung der Nervenzellen sichtbar machen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt keine Heilung für MS, aber es gibt Behandlungen, die:

  • das Fortschreiten verlangsamen und die Anzahl und Schwere der Schübe reduzieren
  • die Symptome lindern

Dies wird vor allem durch Medikamente erreicht, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Die aktuellen Leitlinien empfehlen, diese Medikamente bereits in den frühen Stadien einzusetzen, da eine gute Chance besteht, dass sie das Fortschreiten der MS verlangsamen können, insbesondere wenn die Person sie einnimmt, wenn die Symptome noch nicht schwerwiegend sind.

Ein Arzt sollte überwachen, wie gut ein Medikament wirkt, da es unerwünschte Wirkungen geben kann und die gleichen Medikamente nicht für jeden Patienten geeignet sind. Neue Medikamente, die auf den Markt kommen, erweisen sich als sicherer und wirksamer als einige der bestehenden.

Gegen das Zittern kann der Patient Hilfsmittel verwenden oder Gewichte an den Gliedmaßen anbringen. Weiterhin können spezielle Medikamente können bei Tremor helfen. Auch gegen Blasen- und Darmprobleme gibt es einige Medikamente. Außerdem kann auch eine Ernährungsumstellung helfen, diese in den Griff zu kriegen. Gegen Depressionen kann der Arzt einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer verschreiben, da diese weniger wahrscheinlich Müdigkeit verursachen als andere Antidepressiva.

Folgendes kann bei verschiedenen Aspekten der MS helfen:

Wie kann die Physiotherapie bei Multipler Sklerose helfen?

Bei Multipler Sklerose handelt es sich nach wie vor um eine unheilbare Krankheit. Das bedeutet, dass die Therapie eine reine Symptombehandlung ist. Ein Physiotherapeut kann manche Beschwerden lindern und vor allem die Selbstständigkeit und Lebensqualität des Patienten so gut es geht erhalten.

Der Fokus der Physiotherapie sollte darauf liegen, motorischen Beeinträchtigungen entgegenzuwirken. Mögliche Elemente einer Therapie können sein:

  • Krankengymnastik
  • Passive Bewegungsübungen
  • Muskelaufbautraining
  • Gleichgewichtstraining
  • Wärmetherapie
  • Massagetherapie
  • Übungen zur Koordination
  • Konzentrationsübungen
  • das Üben oder Ändern von Alltags- und Berufsschwierigkeiten
  • Beckenbodentraining

Da Multiple Sklerose eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome hervorrufen kann, können ganz unterschiedliche Körperfunktionen beeinträchtigt sein. Dies macht jeden Krankheitsverlauf speziell. Somit muss auch die Behandlung auf den individuellen Patienten abgestimmt werden.

Wo kann ich mich behandeln lassen?

Wir haben zwei Praxen für Physiotherapie. Die Beweglichmacher gibt es in Köln (Innenstadt) und in Hürth. Die physiotherapeutische Leistung "Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata)" wird an den folgenden Standorten angeboten: Köln und Hürth.

Du kannst uns wie folgt erreichen:

Standort Physiotherapie Köln

DIE BEWEGLICHMACHER
Aachener Straße 60-62
50674 Köln
0221 25 27 23
kontakt@beweglichmacher.de

Standort Physiotherapie Hürth

DIE BEWEGLICHMACHER
Beselerstraße 1
50354 Hürth
02233 377 80 50
huerth@beweglichmacher.de


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