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Sprunggelenksfraktur (Weber A-C Fraktur)

Inhaltsverzeichnis

Diagnose Sprunggelenksfraktur

Sprunggelenksfrakturen gehören in Deutschland zu den häufigsten Fuß-Verletzungen. Sie entstehen typischerweise beim Sport oder durch Unfälle, jedoch kann mit viel Pech auch schon ein einfaches Umknicken zu einem Bruch des Knöchels führen. Im deutschsprachigen Raum werden Sprunggelenksfrakturen in einem 3-Stufen-Modell nach Weber klassifiziert. Je nachdem in welche Stufe eine Sprunggelenksfraktur fällt, ergeben sich abgestufte therapeutische Konsequenzen. In jedem Fall sollte ein geschulter Physiotherapeut den Heilungsprozess begleiten, da es sich bei Sprunggelenksbrüchen um äußerst komplexe Verletzungen handelt.

Was ist eine Sprunggelenksfraktur?

Wenn ein oder mehrere Knochen im Sprunggelenk gebrochen sind, spricht man von einer Sprunggelenksfraktur. Eine Sprunggelenksfraktur, auch als Knöchelbruch oder Malleolarfraktur bekannt, kann teilweise oder vollständig sein und in ihrer Schwere variieren – von kleinen gebrochenen Knochenteilen oder einem einfachen, einzelnen Bruch bis hin zu mehreren komplizierten Frakturen.

Verschiedene Sehnen und Bänder stabilisieren die Sprunggelenkgabel, welche hohen Belastungen standhalten muss. Die sogenannte Syndesmose nimmt dabei eine Schlüsselfunktion ein: Wenn dieses Band reißt, kann das Gelenk instabil werden. Für die Behandlung der Sprunggelenksfraktur ist deshalb von Bedeutung, ob die Syndesmose intakt ist oder nicht. Aus diesem Grund richten sich auch einige Knochenbrucheinteilungen beziehungsweise -klassifikationen danach, wie etwa die Einteilung nach Weber.

Diese sieht wie folgt aus:

  • Weber A Fraktur: Bruch unterhalb der Syndesmose -> das Gelenk ist noch stabil
  • Weber B Fraktur: Bruch auf Höhe der Syndesmose -> das Band ist häufig mit betroffen, das Gelenk kann jedoch noch stabil sein
  • Weber C Fraktur: Bruch oberhalb der Syndesmose -> das Band ist gerissen, das Gelenk instabil

Wie entsteht eine Sprunggelenksfraktur?

Sprunggelenksfrakturen können unabhängig vom Alter auftreten, am häufigsten durch sportliche Aktivität oder durch einen Aufprall bei einem Sturz oder Unfall. Sie treten jedoch häufiger bei älteren Erwachsenen auf, insbesondere bei denen, die sehr aktiv sind.

Einige häufige Ursachen für Knöchelfrakturen sind:

  • Plötzliches Verdrehen des Fußes
  • Aufprall oder Belastung durch Stolpern oder Fallen
  • Abrollen des Knöchels, wobei die Bänder, die den Knöchel stabil halten, in Mitleidenschaft gezogen werden
  • Aufprall auf das Sprunggelenk beispielsweise bei einem Autounfall

Was für Symptome gehen mit einer Sprunggelenksfraktur einher?

Typischerweise ist das erste Symptom eines gebrochenen Knöchels ein sofortiger, starker Schmerz. Weitere Symptome können später oder gar nicht auftreten.

Häufige Symptome einer Sprunggelenksfraktur:

  • Sofortige, starke Schmerzen an der Frakturstelle
  • Ausstrahlende Schmerzen
  • Schwellungen am Knöchel oder entlang des Beins
  • Bluterguss an der Frakturstelle oder entlang des Beins
  • Schwierigkeiten beim Gehen oder beim Belasten des Knöchels/Fußes
  • Blasen an der Frakturstelle
  • In schweren Fällen ragen die Knochen durch die Haut

Diagnosestellung

Nach der Erfassung des Unfallhergangs und der persönlichen Krankengeschichte erfolgt zunächst eine körperliche Untersuchung. Dabei tastet der Arzt das Sprunggelenk ab und achtet darauf, wie groß der Bluterguss und die Schwellung sind. Zusätzlich prüft er, ob sich Nervenschäden feststellen lassen.

Anschließend wird ein Röntgenbild des Sprunggelenks angefertigt. Besteht der Verdacht auf einen sogenannten hohen Bruch des Wadenbeins, wird zusätzlich der Unterschenkel inklusive Knie geröntgt. Deutet das Röntgenbild hingegen auf einen Trümmerbruch hin oder ist der Befund unklar, wird zusätzlich eine Computertomographie-Untersuchung (CT) des Sprunggelenks durchgeführt. Auch zur Operationsplanung kann ein CT hilfreich sein. Eine Magnetresonanztomographie-Untersuchung (MRT) kann Weichteilschäden und Bandverletzungen darstellen.

Klassifizierung der Sprunggelenksfraktur nach Weber

Wie bereits oben erwähnt, ist die Weber-Klassifikation die im deutschsprachigen Raum gebräuchlichste Einteilung für Sprunggelenksfrakturen. Diese Frakturen werden deshalb auch als Weber-Frakturen bezeichnet. Weber bezieht sich in seiner Einteilung auf den Zustand der Syndesmose, welche bei Sprunggelenksfrakturen eine Schlüsselfunktion einnimmt.

Die Klassifikation von Sprunggelenksfrakturen nach Weber:

  • Weber A: Fraktur unterhalb der intakten Syndesmose
  • Weber B: Fraktur auf Höhe der intakten oder gerissenen Syndesmose, die Membrana interossea (faserige Bindegewebsschicht zwischen den Knochen) ist meist intakt
  • Weber C: Fraktur oberhalb der verletzen Syndesmose, die Membrana interossea ist häufig auch gerissen

Zusätzlich zum Wadenbeinbruch, also bei allen Weber-Formen, kann auch der Innenknöchel gebrochen oder das Innenband gerissen sein. Je nachdem in welche Stufe eine Sprunggelenksfraktur fällt, ergeben sich abgestufte therapeutische Konsequenzen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wenn Du Symptome bemerkst, die auf einen gebrochenen Knöchel hinweisen, solltest Du sofort einen Arzt aufsuchen. Vor allem, wenn Du starke Schmerzen hast. Manchmal können starke Schmerzen auch ein Zeichen für eine Knöchelverstauchung sein und es ist wichtig, die beiden Verletzungen zu unterscheiden.

Das Hochlagern des Fußes und die Anwendung von Eis sind erste Schritte, die unternommen werden können, um die Schmerzen zu minimieren, die Schwellung zu verringern und zusätzliche Schäden zu verhindern.

Übliche Behandlungen für Knöchelbrüche sind:

  • Schienung/Befestigung
  • Gipsen oder Stiefeln
  • Physiotherapie
  • Operation

Die Art der Behandlung, zu der bei Knöchelbrüchen geraten wird, hängt von der Schwere des Bruchs und der Stelle ab, an der die Fraktur auftritt. Wenn ein Patient nur eine minimale Fraktur erleidet, kann eine konservative Behandlung ohne Operation erfolgen. Dabei wird das noch geschwollenem Sprunggelenk zunächst mithilfe eines gespaltenen Unterschenkelgipses oder einer Schiene ruhiggestellt. Ist die Schwellung abgeklungen, erfolgt die Anlage einer speziellen Gehschiene, die für einen Zeitraum von ungefähr 6 Wochen getragen werden muss. Die Belastung des Fußes kann nach Absprache mit dem Arzt langsam wieder aufgenommen werden.

Wenn eine Fraktur hingegen schwerwiegend ist oder der Patient sich das Schien- und Wadenbein gebrochen hat, raten Spezialisten oftmals zu einer Operation, um den Knochen neu auszurichten. Die Operation beinhaltet in der Regel das Einsetzen von Schrauben und Platten. Den Patienten wird geraten, danach einen Gips oder Stiefel zu tragen und Druck auf Fuß und Knöchel durch die Verwendung von Krücken zu vermeiden.

Für die Wahl der Therapie ist außerdem der vorhandene Weichteilschaden und die Einteilung nach Weber von Bedeutung:

  • Weber-A-Frakturen werden meist konservativ behandelt
  • Weber-B-Frakturen werden meist operativ behandelt
  • Weber-C-Frakturen werden immer operativ behandelt

Bei der Entscheidung für oder gegen einen operativen Eingriff ist vor allem der Stand der Bruchenden zueinander von Bedeutung. Ist der Bruch ohne deutliche Verschiebung und die Syndesmose ist intakt, kann auch bei Weber-B-Frakturen eine konservative Behandlung in Betracht gezogen werden. Letztendlich ist die Therapiewahl immer individuell mit dem behandelnden Arzt zu klären.

Wenn eine Operation notwendig ist, ist schnelles Handeln gefragt, denn über den Zeitpunkt der Operation entscheidet unter anderem die Schwellung. Da diese in den ersten Stunden nach dem Bruch meist noch gering ist, wird eine Operation innerhalb von ca. 6 Stunden nach dem Ereignis angestrebt. Die operative Versorgung erfolgt meist über eine sogenannte Plattenosteosynthese am Wadenbein. Dabei befestigt der Arzt eine Metallplatte mit Schrauben am Wadenbein, nachdem die Bruchenden zuvor passend zueinander eingestellt worden sind. Außerdem näht er gerissene Bänder.

Auch der Operation ist für ungefähr 6 Wochen nur eine Teilbelastung möglich. Außerdem ist eine Orthese notwendig, damit die Fraktur und die gerissenen Bänder gut ausheilen können.

Wie kann die Physiotherapie bei einer Sprunggelenksfraktur helfen?

Die Physiotherapie hilft Dir, nach einer Sprunggelenksfraktur möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen und die volle Funktionalität des verletzten Gelenks zurückzuerhalten. Gerade bei dieser Art von Frakturen ist die Begleitung durch einen kompetenten Physiotherapeuten außerordentlich wichtig, da meist nicht nur der Knochen, sondern auch Knorpel, Sehnen und Bänder mit von der Verletzung betroffenen sind, wodurch das Gelenk sehr instabil wird. Bis der Fuß wieder voll belastet werden darf, kann es, je nach Art des Bruches, zwischen 2 und 6 Monaten dauern.

Aufgaben der Physiotherapie sind dementsprechend, die Stabilität, Beweglichkeit und Kraft des Gelenkes wieder herzustellen, sodass es zu keinen Folgeschäden kommt. Dies ist sowohl nach einer Operation, als auch nach einer konservativen Behandlung ratsam.

Aufgrund der Komplexität der Verletzung ist im Falle einer Sprunggelenksfraktur eine individuelle Betreuung ausschlaggebend. In unseren Praxen in Köln und Hürth führen wir deshalb mit jedem Patienten ein ausführliches Anamnesegespräch durch. Auf Grundlage dessen wird dann ein individueller Therapieplan erstellt, der Dich schnellstmöglich wieder auf die Beine bringt.

Zu Beginn der Therapie wird häufig Lymphdrainage verordnet, um die Schwellung des Gelenks zu reduzieren. Wenn diese abgeklungen ist, kann der Therapeut beginnen, das Gelenk vorsichtig und ohne Mithilfe des Patienten zu bewegen. Diese passiven Übungen gewährleisten, dass die Mobilität des Gelenkes erhalten bleibt und es zu keinen Gewebeverklebungen im Sprunggelenk kommt.

Sobald der Patient den Fuß wieder belasten darf, kommt die aktive Phase der Therapie. Diese besteht aus gezielten Übungen, die Kraft, Koordination und Stabilität des Sprunggelenkes wieder herstellen sollen. Ein beliebtes Mittel ist hier zum Beispiel die Arbeit mit einem Kippbrett, auf welchem der Patient eine Vielzahl von Übungen durchführen kann.

Mögliche Elemente einer Sprunggelenksfraktur-Therapie können sein:


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